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Service & Usability

Nutzerfreundlichkeit ist bei der Gestaltung von Websites das A und O. Wer Besuchern ein unterhaltsames wie informatives Erlebnis bietet, wird ihnen im Gedächtnis bleiben und zur Wiederkehr motivieren – das ist seit Jahren Konsens. Wie gut diese Anforderungen auf IR-Websites umgesetzt werden, ist Thema des letzten Abschnitts unserer Erhebung.

 

Digitale Services auf IR-Seiten: Mehr als nur der Aktienkurs

Keine Frage: Finanzkommunikation ist zahlenlastig und oft gespickt mit Fachbegriffen. Doch nicht nur eingefleischte Anlage-Profis und Analysten gehören zu den Zielgruppen der Investor Relations. Auch andere Interessengruppen wie Journalisten, Jobkandidaten oder die allgemeine Öffentlichkeit möchte mit verständlichen Informationen versorgt werden. Wir haben uns deshalb angeschaut, welche Service-Features auf IR-Websites angeboten werden.

Die nachfolgende Grafik zeigt eine Auswahl an Funktionen, die für eine bessere Verständlichkeit der Inhalte und eine angenehme User Experience sorgen – und wie viele Unternehmen davon Gebrauch machen.

Importierbare Kalendereinträge zu Events und Terminen scheinen in IR-Abteilungen den höchsten Stellenwert unter den Service-Funktionen zu haben. Einfache Sharing-Features, ein Warenkorb zum Sammeln von Dokumenten und Inhalten oder ein Intext-Glossar spielen hingegen eine zu geringe Rolle.

 

Sieht man sich hingegen an, ob bzw. wie der Aktienkurs aufbereitet ist, werden die Ergebnisse schon rosiger. Ganze 94 % der untersuchten Konzerne zeigen den aktuellen Börsenkurs in einem Chart, 92 % bieten dabei Kursverläufe für unterschiedliche Zeiträume zur Auswahl an. Wettbewerber und Indizes findet man bei 90 % im Aktien-Chart. Für noch mehr Transparenz sorgen 64 %: Hier sind bestimmte Ereignisse wie Finanzpublikationen oder Hauptversammlungen im Aktienkurs gekennzeichnet. Empfehlungen für Analysten findet man bei 66 % der untersuchten IR-Websites.

Good Practices Aktien-Chart und Empfehlungen für Analysten

  • 5 VW

    Volkswagen bietet auf der Website ein interaktives Tool, mit dem Investoren und Analysten den Aktienkursverlauf im Detail nachvollziehen können.

  • 5 Symrise

    Empfehlungen für Analysten findet man bei Symrise auf einer Übersichtsseite, inklusive Verlinkung auf den gesamten Konsensus.

 

Hauptversammlung: Aus analog wird digital – oder?

Das wichtigste Investoren-Event des Jahres wurde aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie von einigen Unternehmen in den digitalen Raum verlegt. Zuvor hat der Bundestag ein Gesetz erlassen, dass es vorübergehend (zunächst bis Jahresende) zulässig ist, Hauptversammlungen ohne physische Präsenz durchzuführen.

Vorübergehend? Jetzt, wo viele Unternehmen bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, große Events wie die Hauptversammlung virtuell stattfinden zu lassen, mutet das analoge Pendant wie ein massiver Rückschritt an. Schaut man allerdings auf die derzeit online verfügbaren Inhalte zur HV, wird schnell klar, dass nicht alle Unternehmen entsprechend aufgestellt sind, um die analoge Veranstaltung adäquat zu ersetzen.

Allgemeine Informationen zur HV findet man zwar bei 86 % der untersuchten Konzerne und auch ein Archiv zu vergangenen Versammlungen ist bei 78 % verfügbar. Aber nur 70 % der Unternehmen haben oder werden ihre HV als Audio- oder Videostream live übertragen. Zu wenige liefern außerdem Bilder (24 %) oder Videos (64 %) von vergangenen Hauptversammlungen.

Die nachfolgende Grafik zeigt in einer Übersicht, wie Unternehmen ihre HV bisher digital begleiten.

Längst nicht alle Unternehmen sind auf ihren IR-Websites ausreichend aufgestellt, um die physische HV auch zukünftig vollständig durch ein virtuelles Event zu ersetzen. (Bitte beachten Sie, dass bis zum Abschluss unserer Erhebung einige Hauptversammlungen noch nicht stattgefunden haben und somit möglicherweise nicht alle aktuell verfügbaren digitalen Features berücksichtigt wurden.)

 

Newsletter, Video- und Audioformate

Die Aufbereitung der IR-Inhalte beschränkt sich bei vielen Unternehmen auf Fließtexte und PDFs auf der Website, eventuell noch mit Fotos illustriert. Zeitgemäße Formate wie Videos (40 %) oder Podcasts (26 %) sind weiterhin eine Seltenheit. Nur IR-Newsletter versendet mehr als die Hälfte (62 %) der Unternehmen.

Good Practices Newsletter, Videos und Podcasts

  • 6 Fresenius

    Bei Fresenius können Interessierte sowohl Investor-News als auch Kurz-News per E-Mail abonnieren.

  • 6 Metro

    Die Metro AG bietet den Brief an die Aktionäre zeitgemäß auch als Video an.

  • 6 BAyer

    Bei Bayer können Nutzer Aufzeichnungen von IR-Veranstaltungen bequem als Podcast abonnieren, ohne immer wieder auf der Website danach suchen zu müssen.

 

Sharing-Funktion? IR hängt hinterher

Inhalte komfortabel mit einem Klick über soziale Medien teilen zu können, gehört auf vielen Websites zu den Standardfunktionen – allerdings nicht unbedingt auf IR-Seiten. Sharing via Twitter ist mit 56 % noch bei den meisten IR-Websites möglich, via LinkedIn sind es 50 %, Facebook 48 %. Eine Weiterleitung per E-Mail bieten nur noch 38 % der untersuchten Konzerne an. Reichweite? Ausbaufähig.

Good Practice Sharing

  • 7 EON

    Eine so komfortable Sharing-Funktion wie bei RWE findet man selten: Hier können User entweder den gesamten Beitrag teilen, oder auch einzelne Textteile markieren und diese anschließend per Twitter, Facebook, LinkedIn oder E-Mail weiterleiten.

 

Auffindbarkeit bei Google und Ladezeiten

Auch bei der Suchmaschinenoptimierung können einige Unternehmen noch kräftig nachlegen. Googelt man den Unternehmensnamen in Kombination mit dem Stichwort Dividende, erscheint die entsprechende IR-Website immerhin in 86 % der Fälle in den Top 10 bei den Suchergebnissen. Der Unternehmensname in Kombination mit „Aktie“ liefert hingegen nur bei 48 % der Unternehmen ein Top-10-Ergebnis – das ist klar zu wenig!

Für ein besseres Suchergebnis auf Google sind auch die Ladezeiten verantwortlich. Doch die sind bei IR-Websites weiterhin unterdurchschnittlich. Für Desktop-Geräte erzielen nur 18 % der Seiten eine angemessene Ladegeschwindigkeit, für Mobilgeräte lediglich 10 %.

 

Ladezeiten Desktop und Mobil

18%

Desktop

10%

Mobil

Die wenigsten Unternehmen bringen die Ladezeiten für Desktop- und Mobilgeräte auf ein akzeptables Niveau.

 

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass der Bereich Service & Usability den größten Nachholbedarf hat. Einfache Service-Features wie die Sharing-Funktion fehlen noch zu häufig und auch zeitgemäße Formate wie Audio- oder Videobeiträge sind oft Mangelware. Die Investor Relations haben im Zuge der Pandemie erlebt, dass Digitalprojekte wie die virtuelle HV schnell umgesetzt werden können. An diese Erkenntnis sollten Unternehmen nun anknüpfen und ihr Serviceangebot auf der Website mit demselben Elan weiter ausbauen.

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