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Technik & Service

Wie bereits mehrfach erwähnt, sind technisch aktuelle Funktionen und Features entscheidend, um jüngere Zielgruppen zu erreichen und anzusprechen. Auch hier sind die Ergebnisse weitgehend ernüchternd, wie wir nachfolgend zeigen.

 

Service-Features

Finanzkommunikation für alle Stakeholder verständlich zu gestalten, ist allein aufgrund der vielen Fachbegriffe eine Herausforderung. Umso verwunderlicher, dass nur wenige Unternehmen auf technische Möglichkeiten setzen, um ihre Inhalte schnell begreifbar zu machen und Informationen bedürfnisorientiert zusammenstellen zu lassen.

Beispielsweise bieten lediglich 19 % ein Intext-Finanzglossar an, das Fachbegriffe per Mouse-over kurz und prägnant erklärt. Übersichtliche FAQs, die interaktiv zu bedienen sind, findet man ebenfalls zu selten (29 %), genauso wie einen Warenkorb, in dem man seine gewünschten Dokumente und Informationen sammeln und gebündelt herunterladen kann (10 %).

Best Practices: Digitale Service-Features

  • Warenkorb

    Bei der Continental AG können Interessenten ihre gewünschten Dokumente in einem Warenkorb sammeln und nach Abschluss der Recherche auf einmal herunterladen.

  • interaktive FAQs

    Die FAQs bei Daimler sind übersichtlich dargestellt und lassen sich bei Bedarf ausklappen.

  • Glossar

    Die Deutsche Telekom erklärt Website-Besuchern verschiedene Fachbegriffe aus der Finanzwelt per Intext-Glossar.

 

Ladezeiten und Responsivität

Ja, wir müssen auch 2019 noch über Responsivität und Ladezeiten sprechen! Zwar dürfte inzwischen überall angekommen sein, dass diese Faktoren das Ranking bei Google entscheidend beeinflussen, daraufhin optimiert wurden jedoch immer noch nicht alle untersuchten IR-Seiten.

Technische Performance und Mobiloptimierung

  • Ladezeiten

    Während die meisten IR-Seiten inzwischen responsiv sind und akzeptable Desktop-Ladezeiten vorweisen, hinkt die mobile Performance immer noch weit hinterher.

 

Markt

Verständlich aufbereitete Informationen zum Markt gehören auf IR-Websites sicherlich zum Standardservice. Aktuelle Börsenkurse sind entsprechend auch auf 97 % der Websites eingebunden. Der Kurs der Wettbewerber ist zwar nicht so häufig, aber immer noch auf 91 % der untersuchten Seiten zu finden. Hilfreich wäre an dieser Stelle für alle Interessenten, besondere Ereignisse wie beispielweise die Hauptversammlung, Geschäftsveränderungen oder eine wichtige Pressemitteilung im Aktienkurs zu kennzeichnen. Das tun jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der untersuchten Unternehmen (56 %).

Best Practices: Darstellung des Aktienkurses

  • Kursinformationen vonovia

    Bei vonovia sind Ad-hoc-News und Corporate News per Mouse-over im Aktienkurs ersichtlich und userfreundlich zusammengefasst.

  • Kursinformationen Bayer

    Bei Bayer sind umfangreiche Kursinformationen verfügbar, die sich Interessenten für verschiedene Zeiträume anzeigen lassen können - inklusive besonderer Ereignisse rund um das Unternehmen.

 

Hauptversammlung (HV)

Die HV als eines der wichtigsten Ereignisse für die Finanzkommunikation findet auf IR-Websites überraschend wenig Beachtung. FAQs zur Versammlung stehen für Nutzer nur bei 14 % der geprüften Seiten zur Verfügung. Die bild- und videoaffine junge Zielgruppe wird ebenfalls kaum bedient: Auf lediglich 19 % der IR-Websites gibt es Bilder von der Hauptversammlung zu sehen, Videos bei 29 %. Immerhin setzen 41 % auf Audio- oder Video-Livestreams, um Stake- und Shareholder live an der Versammlung teilhaben zu lassen.

Best Practices: Aufbereitung der Hauptversammlung

  • HV Daimler

    Übersichtlich, nutzerfreundlich, bildreich und mit persönlicher Video-Ansprache präsentiert Daimler die Nachbereitung der Hauptversammlung.

  • HV Fresenius

    Nutzerfreundlich: Fresenius bietet Stake- und Shareholdern Bilder und einen Video-Mitschnitt der Hauptversammlung und verweist auf einen direkten Ansprechpartner.

 

Videos und Podcasts

Bewegtbild ist wie erwähnt eines der Hauptmedien, wenn es um die Ansprache jüngerer Stake- und Shareholder geht. Sie holen sich Informationen bevorzugt bei YouTube und Co. und erwarten auch eine entsprechende Aufbereitung für Finanz- und Investment-Themen, um sie besser und schneller zu verstehen. Allerdings bekommen sie diese noch nicht einmal bei einem Viertel der börsennotierten Konzerne (24 %). Stattdessen zeigen private YouTuber aus der Finanzbranche, wie man junge Zielgruppen anspricht und auch schwer verständliche Themen in unterhaltsame informative Geschichten packt.

Audio-Formate wie Podcasts sind in der IR-Kommunikation bisher quasi nicht vorhanden. Nur eines der untersuchten Unternehmen informiert seine Besucher auf den IR-Seiten via Hörbeitrag. Doch gerade hier schlummert viel Potenzial, eine persönliche und authentische Ansprache zu finden und so neue Zielgruppen zu erschließen.

Auch im Hinblick auf Sprachassistenten können Audio-Clips die Reichweite verbessern, da sie das Internet zunehmend displayfrei machen und Formate wie Podcasts dadurch wieder an Bedeutung gewinnen. Immerhin bieten viele Unternehmen IR-Webcasts an, die jedoch meist nur aus Mitschnitten wichtiger Telefonkonferenzen bestehen und nicht als Podcast im eigentlichen Sinn aufgenommen wurden.

Podcast für Investor Relations

  • Podcast

    Bayer ist das einzige Unternehmen, bei dem wir einen IR-Podcast finden konnten.

 

User Experience

Sieht man sich auf den IR-Seiten die visuellen und technischen Details an, die für eine positive User Experience sorgen, sind lediglich die typografischen Elemente auf einem aktuellen nutzerfreundlichen Stand. Schriftgrößen und -formate sind gut lesbar und es gibt bei nahezu allen IR-Websites eine klare Trennung zwischen Headlines, Text und Navigation.

Dünner wird die Luft, wenn man sich die Navigation im Detail anschaut: Nur je 46 % sorgen mit einer fixierten Menüleiste sowie Sprungmarken für eine übersichtliche Navigation und auch die Finanzkennzahlen sind lediglich bei 59 % mit zwei Klicks erreichbar.

Eine weitere Baustelle ist die Suchfunktion. Autocomplete im Suchfeld bieten gerade einmal 27 % der untersuchten Konzerne an – mit der gewohnten Google-Suche also kaum vergleichbar. Die Nutzung von Chatbots zeigt sich hier als erstaunliche Alternative!

Immerhin stellen 80 % der Unternehmen ihre IR-Inhalte in mehreren Sprachversionen dar und erreichen so auch das internationale Publikum.

Best Practices Suchfunktion und Sprachauswahl

  • Autocomplete

    Die Deutsche Telekom gehört zu den wenigen Unternehmen, die Nutzern eine Autocomplete-Suche anbieten.

  • Sprachauswahl

    Die Deutsche EuroShop AG bietet ihren Besuchern auch eine englische Website-Version, die mit einem Klick verfügbar ist (Sprachauswahl rechts oben).

 

Tracking, Analyse und Website-Optimierung

Geht man davon aus, dass die Cookie-Frage nur dort gestellt wird, wo Nutzerdaten erhoben werden, machen 84 % der untersuchten Konzerne davon Gebrauch. Ob die erfassten Daten auch in vollem Umfang für die Analyse und anschließende Website-Optimierung herangezogen werden, können wir nicht beantworten, darf aber aufgrund der gezeigten Benchmark-Ergebnisse bezweifelt werden.

Besonders dieses Feld bietet jedoch viele Chancen, seine Nutzer besser kennenzulernen und den IR-Bereich anhand der Nutzerbedürfnisse auszurichten. Für Analytics & Co. kann bereits heute künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, die bei der Erfassung, Auswertung und Interpretation der Daten unterstützt. Grundlage hierfür ist jedoch, dass das digitale Fundament sicher steht und Mitarbeiter sich kontinuierlich mit den gesammelten Daten beschäftigen, um die KI gewinnbringend einsetzen zu können.

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