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Fazit

Betrachtet man die Ergebnisse des IR Benchmarks im Überblick, wird schnell klar, dass der Weg zur echten digitalen Investor-Relations-Arbeit und einer gesamtheitlichen digitalen Unternehmenskultur noch weit ist. PDFs und seitenlange Texte dominieren nach wie vor die Publikationen in der Finanzkommunikation, während Bilder, Videos und interaktive Charts weiterhin ein Schattendasein fristen. Ganz zu schweigen von künstlicher Intelligenz, die in vielen IR-Abteilungen oft immer noch mit kritischem Blick von weitem betrachtet wird.

 

Die Lehren aus den aktuellen Ereignissen

Diese abwartende und (in Teilen) phlegmatische Haltung in Sachen Digitalisierung ist zuletzt den Unionsparteien bei der Europawahl um die Ohren geflogen. Einige Wochen zuvor hat es Wirecard getroffen, die die digitalen Treiber im Netz massiv unterschätzt und dadurch eine kommunikative Bauchlandung hingelegt haben. Die Investor Relations müssen hier die Chance ergreifen, aus diesen Ereignissen zu lernen: Sie müssen sich mit aller Konsequenz sowohl den digitalen Herausforderungen als auch den thematischen Bedürfnissen der jungen Aktionärsgeneration stellen, die sich in diesen Zeiten ganz besonders um Nachhaltigkeit und Klimaschutz drehen.

 

Strategische Finanzkommunikation

Die bereits in der Einleitung erwähnte Hauptfrage (Wie erreiche ich den User mit meinem Content am besten?) sollte eine der Grundlagen für die strategische Ausrichtung der IR-Arbeit sein. Bei den strategischen Überlegungen ist es daher sinnvoll, über eine unternehmensweite integrierte Kommunikation nachzudenken, wie sie mit dem Newsroom-Modell praktiziert wird.

Mit dieser Herangehensweise können Sie Ihre Kommunikationsprozesse dahingehend optimieren, dass IR-relevanter Content mit anderen Abteilungen abgestimmt wird und die Wahl der passenden Kanäle im crossfunktionalen Team stattfindet. Einerseits ersparen Sie sich dadurch u.a. mehrfache Content-Produktion und Abstimmungs- bzw. Freigabeschleifen mit der Geschäftsführung, andererseits erfolgt die Aufbereitung der Inhalte kanalspezifisch und sorgt so für eine bessere Reichweite bei Zielgruppen aller Generationen.

 

Künstliche Intelligenz und IR

Künstliche Intelligenz kann die IR-Arbeit bereits jetzt unterstützen. So bieten beispielsweise Chatbots vielfältige Möglichkeiten, die IR-Mitarbeiter zu entlasten, indem sie Nutzer rund um die Uhr zu den gewünschten Informationen navigieren und ihnen damit Anrufe bei der Service-Abteilung ersparen. Wie oben beschrieben ist außerdem die Analyse und das Monitoring ein Bereich, in dem KI zum Einsatz kommen kann oder vielmehr muss, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht zu verlieren.

Trading-Software, die automatischen Aktienhandel mithilfe von künstlicher Intelligenz ermöglicht, ist eines der neuesten technologischen Themen, mit denen sich IR-Verantwortliche auseinandersetzen müssen. Hier bleibt abzuwarten, wie sich der umstrittene Markt entwickelt und welchen Einfluss solche Software-Systeme auf lange Sicht für das Börsengeschäft und die damit verbundene Kommunikation haben.

Abschließend möchten wir noch Technologien erwähnen, die bereits heute in der Lage sind, mittels KI sprachliche und schriftliche Kommunikation zu analysieren und psychologische Schlüsse daraus zu ziehen. Im Hinblick auf Veröffentlichungen, Zitate und O-Töne vom Top-Management auf den IR-Seiten kann damit auf IR-Verantwortliche eine neue Herausforderung zukommen, die noch mehr kommunikative Transparenz als bisher erfordert.

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